WhatsApp Nachrichten mit dem Raspberry Pi versenden

Es gibt kaum einen Dienst, der so polarisiert wie WhatsApp. FĂŒr viele ist ein Leben ohne diesen Messenger kaum noch vorstellbar. Mit geringem Aufwand können Sie einen Raspberry Pi so konfigurieren, dass damit der Versand von Nachrichten ĂŒber WhatsApp möglich wird. Das ist fĂŒr alle Einsatzgebiete des kleinen Rechners praktisch, in denen es darum geht, ĂŒber aktuelle Ereignisse informiert zu werden – zum Beispiel bei der HeimĂŒberwachung.

Raspberry Pi updaten

Um den Minirechner mit der Sendefunktion auszurĂŒsten, starten Sie entweder auf der grafischen OberflĂ€che eine Konsole, oder Sie loggen sich per SSH auf dem Rechner ein. Bringen Sie zuerst die Paketquellen, das System sowie die Firmware auf den aktuellen Stand. Das erledigen diese Kommandos:

sudo apt-get update 
sudo apt-get upgrade 
sudo rpi-update

Pakete downloaden

Danach installieren Sie einige Software-Pakete. Das geht ebenfalls am schnellsten ĂŒber die Konsole:

sudo apt-get install python-dateutil 
sudo apt-get install python-setuptools 
sudo apt-get install python-dev 
sudo apt-get install libevent-dev 
sudo apt-get install ncurses-dev

Jetzt besorgen Sie sich mit wget das fĂŒr das Versenden notwendige Script und entpacken es:

wget https://github.com/tgalal/yowsup/archive/master.zip 
unzip master.zip

Installation

FĂŒhren Sie dann im betreffenden Ordner das Setup-Programm aus:

sudo python setup.py install

Optional können Sie eine Datei fĂŒr die Konfiguration anlegen. Unbedingt notwendig ist das mit der aktuellen Version des Scripts allerdings nicht mehr.

Raspberry Pi bei WhatsApp registrieren

Auf der Konsole erbitten Sie vom WhatsApp-Server einen BestÀtigungscode per SMS.

WhatsApp auf Raspberry Pi

Jetzt können Sie Ihren Registrierungscode von WhatsApp abholen. Wie Sie sicherlich wissen, kann immer nur eine Rufnummer mit dem Dienst verbunden werden. Somit gehen Nachrichten, die an Ihre Nummer gerichtet sind, dann auch an den Raspberry. Wenn Sie regelmĂ€ĂŸig nur Nachrichten mit dem kleinen Computer versenden wollen, besorgen Sie sich also am besten eine separate Rufnummer ĂŒber eine Prepaid-Karte. Die Registrierung am Server mĂŒssen Sie auf der Konsole erledigen. Sie geben dazu Ihre Rufnummer im internationalen Format ein:

python yowsup-cli registration --requestcode sms --phone 49[TEL.-Nr.] --cc 49

Danach sollten Sie an das Telefon eine SMS mit dem Code erhalten. Diesen mĂŒssen Sie dem Raspberry dann noch mitteilen:

python yowsup-cli registration --register CODE --phone 49TELEFONNUMMER --cc 49

Achtung: Als RĂŒckgabe erhalten Sie auf der Konsole ein Passwort angezeigt. Dieses mĂŒssen Sie sich notieren. Damit Sie nun nicht jedes Mal die Rufnummer und das Passwort ĂŒbergeben mĂŒssen, legen Sie am besten eine Konfigurationsdatei an. Dies kann mit jedem Editor erledigt werden. In unserem Fall soll die Datei „config.bsp“ heißen und Folgendes enthalten:

cc=49 # LĂ€nderkennung 
phone=4912345678987 # Handynummer 
id= # freilassen 
password= # das notierte Passwort

Testnachricht senden

Nachdem Sie diese Datei gespeichert haben, können Sie eine erste Testnachricht versenden:

Python yowsup-cli demos -c config.bsp -s NUMMER "Das ist ein Test!"

Grafische OberflÀche installieren

Wenn Sie regelmĂ€ĂŸig auf der grafischen OberflĂ€che des Raspberry arbeiten, können Sie mit dem Web-Client von WhatsApp auch Nachrichten senden und empfangen. Dazu benötigen Sie einen Browser sowie Ihr Smartphone, auf dem WhatsApp installiert ist. Installieren Sie in einem Terminal mit

sudo apt-get install iceweasel

den Browser Iceweasel (Firefox). Rufen Sie damit die Seite https://web.whatsapp.com/ auf. Der Dienst zeigt Ihnen einen QR-Code, den Sie mit dem Client fotografieren mĂŒssen. Dazu nutzen Sie die Einstellungen der Software (iOS) oder den MenĂŒpunkt „WhatsApp Web“ (Android). Danach stehen Ihnen Chats und Gruppen wie gewohnt zur VerfĂŒgung.

Achtung: Wenn sich Ihr Handy nicht mit einem WLAN verbinden kann, dann nutzt WhatsApp fĂŒr diesen Service die mobile Datenverbindung. Die Kommunikation geht also von Ihrem Volumen ab.

Quelle: PC-Welt

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