Version 1.1 der Microsoft .NET-Core-Familie ist erschienen

Dreieinhalb Monate nach der ersten Release-Version hat Microsoft nun eine erste funktionale Erweiterung für seine aus .NET Core, ASP.NET Core und Entity Framework Core bestehende neue .NET-Generation veröffentlicht.

Auf der Entwicklerkonferenz connect(); hat Microsoft .NET Core 1.1 vorgestellt und holt dabei neue Plattformen an Bord: Mit dem Release kommen Linux Mint 18, OpenSUSE 42.1, macOS 10.12 und Windows Server 2016 hinzu. Samsung liefert künftig auch .NET Core für Tizen.

Die neue Version 1380 bietet zusätzliche APIs, erläutert Microsoft. Damit sind aber nicht komplette Bibliotheken gemeint, sondern die Redmonder haben jede neue Klasse und jedes neue Klassenmitglied einzeln gezählt. Beim Blick in die Liste der API-Neuerungen finden Entwickler dann auch wenig, was sie typischerweise brauchen. Die meisten Ergänzungen betreffen interne Funktionen von .NET Core oder dienen der Unterstützung für die Version 7.0 der Programmiersprache C#. Die .NET Standard Library ändert den Versionsstand daher auch nur von 1.6 auf 1.6.1. Die von Microsoft unter dem Slogan „One library to rule them all“ groß angekündigte Angleichung an die Programmierschnittstellen der Base Class Library des großen .NET Framework 4.6 soll erst im Jahr 2017 im Rahmen der .NET Standard Library 2.0 erfolgen.

Performancesteigerung in ASP.NET Core

Eine Performancesteigerung von Webanwendungen von rund 15 Prozent wollen die Macher durch Verwendung der Profile Guided Optimization (PGO) erreicht haben, die auch beim großen .NET Framework zum Einsatz kommt. Durch Aufzeichnung der tatsächlichen Nutzung des Programmcodes wird dessen Reihenfolge im Kompilat optimiert.

In der dreizehnten Ausgabe des TechEmpower-Webserverframework-Performanztest ist ASP.NET 1.1 bereits berücksichtigt und belegt dort den zehnten Platz in der „Plain Text“-Auswertung. Allerdings wird dabei ASP.NET Core auf Linux und ohne das MVC-Framework eingesetzt. Mit dem MVC-Framework rutscht ASP.NET Core in der Leistung auf den 29. Platz ab.

Quelle: Techempower

Nachgerüstete Funktionen

In ASP.NET Core hat Microsoft bisher fehlende Funktionen zum Umlenken von HTTP-Anfragen (URL Rewriting) ergänzt. Entwickler können nun in der Startup-Klasse mit regulären Ausdrücken, der XML-Syntax der Internet Information Services (IIS) oder der Mod_Rewrite-Syntax des Apache-Webservers Umlenkungen definieren. Auch eine Funktion zum Umlenken aller HTTP-Anfragen auf HTTPS ist realisiert.

Das frühere ASP.NET hatte einen Output Cache, der gerenderte Webseiten für eine definierbare Zeit zwischengespeichert hat. In ASP.NET Core 1.1 füllt diese in der Juli-Version noch bestehende Lücke das Paket Microsoft.AspNetCore.ResponseCaching in Verbindung mit dem Memory Cache (Microsoft.Extensions.Caching.Memory). Das Paket Microsoft.AspNetCore.ResponseCompression ermöglicht eine ZIP-Komprimierung der HTTP-Datenströme. Die Views, die in ASP.NET Core 1.0 immer zur Laufzeit kompiliert wurden, lassen sich nun zur Entwicklungszeit vorkompilieren.

Mehr Auswahl

ASP.NET-Core-Webanwendungen laufen immer in einem eigenständigen Prozess. Als Prozess-Host bietet Microsoft dafür in Version 1.1 neben Krestrel mit dem WebListener-Server eine Alternative an, die auf Basis des Windows-eigenen HTTP Server API auch Windows-spezifische Verfahren zur Authentifizierung, zum Port Sharing und Caching an Bord hat. Die Verwendung des Pakets Microsoft.AspNetCore.Server.WebListener zerstört jedoch die Plattformunabhängigkeit einer ASP.NET-Core-Anwendung.

Mit ASP.NET Core hat Microsoft View Components und Tag Helper zur Wiederverwendung von Markup und Logik eingeführt. In Version 1.1 gibt es nun eine Integration beider Konzepte. Während eine View Component bisher immer über den Befehl Component.InvokeAsync(„viewcomponentname“) in eine View einzubinden war, erledigt den Job nun eleganter ein Tag Helper (<viewcomponentname>…</viewcomponentname>).

Die Kernfunktionen von ASP.NET Core bilden Entwickler in der Startup-Klasse durch eine Aneinanderreihung von Middleware-Komponenten. Mit der Annotation [MiddlewareFilter]lassen sich nun auch Middleware-Komponenten auf einzelne Controller oder Actions beschränken. Die neue Komponente Microsoft.AspNetCore.AzureAppServicesIntegrationspeichert alle von den Logger-Objekten erzeugten Nachrichten in Microsofts Cloud. Mit den Paketen Microsoft.AspNetCore.DataProtection.Redis, Microsoft.AspNetCore.DataProtection.AzureStorage und Microsoft.Extensions.Configuration.AzureKeyVault können Entwickler sensible Informationen wie kryptografische Schlüssel in Redis oder Microsoft Azure nutzen. Im TempData-Objekt gespeicherte Daten lassen sich nun auch per Cookie auf dem Client speichern.

Entity Framework Core 1.1

Auch für den Objekt-Relationalen Mapper Entity Framework ist eine erweiterte Version 1.1 erschienen. Hier bringt Microsoft einige Programmierfunktionen aus dem Vorgänger Entity Framework 6.1 zurück, die in Entity Framework Core 1.0 fehlten. Dazu gehört die Suche nach Objekten im Cache mit Find(), das explizite Nachladen verbundener Objekte mit Load(), das erneute Laden bereits geladener Objekte mit Reload() sowie die einfache Abfrage des alter und neuer Objektinhalte mit GetDatabaseValues() und GetModifiedProperties().

Auch das Mapping auf einfache Fields anstelle von Properties und die Wiederaufnahme abgebrochener Datenbankverbindungen (Connection Resiliency) zum Microsoft SQL Server oder SQL Azure ist wieder möglich. Ganz neu ist die Möglichkeit, Objekte auch auf die speicheroptimierten Tabellen von Microsoft SQL Server 2016 abzubilden. Außerdem haben die Macher die API vereinfacht, mit der sich Standardfunktionen von Entity Framework Core durch eigene Implementierungen ersetzen lassen.

Core-Werkzeuge bleiben unfertig

Auch mit der Version 1.1 der Core-Produkte bleiben alle Werkzeuge einschließlich der Visual Studio-Integration weiterhin im Preview-Stadium. Microsoft hatte angekündigt, von den JSON-basierten Konfigurationsdateien zu MSBuild zurückzukehren – allerdings mit einem vereinfachtem XML-Format.

Für das entsprechende Projektformat existiert nun eine erste Alpha-Version in Verbindung mit Visual Studio 2017, Visual Studio Code und dem neuen Visual Studio for Mac. Bestehende project.json-Dateien können Entwickler in .csproj-Dateien konvertieren, müssen jedoch bedenken, dass es keine Option zur Rückkonvertierung gibt, falls sie später doch mit dem JSON-Format oder Visual Studio 2015 weiterarbeiten möchten.

Microsoft Azure Deutschland erhält TÜV-Zertifikat

Das Datentreuhändermodell von Microsoft Azure Deutschland mit T-Systems wurde jetzt durch den deutschen TÜV zertifiziert und für sicher befunden.

Die Public-Cloud-Dienste von Microsoft Azure Deutschland sind zu ISO/IEC 27001:2013 konform. Das bescheinigt TÜV NORD CERT GmbH dem Informationssicherheits-Managementsystems des Anbieters.

ISO/IEC 27001 bedeutet, dass neben eigenen Sicherheitsstandards auch regulatorische und gesetzliche Anforderungen in Bezug auf die Informationssicherheit einhalten werden. Weil dieses ISO/IEC 27001 ein international akzeptierter Standard ist, habe Microsoft diesen auch als Grundlage für die internen Anforderungen in Fragen der Informationssicherheit festgelegt, wie das Unternehmen mitteilt.

Parallel dazu habe sich Microsoft auch für ISO/IEC 27018:2014 zertifizieren lassen. ISO/IEC 27018 beschreibt den Schutz von personenbezogenen Daten (PII) in Public Clouds.

Zertifizierung durch den TÜV Nord

Zertifiziert wurde in einem unabhängigen Audit durch TÜV NORD CERT das Management ausgewählter Dienste von Microsoft Azure Deutschland durch die Betreibergesellschaft Microsoft Deutschland MCIO GmbH. Vor allem die Überprüfung des Datentreuhand-Modells, inklusive der Zugangskontrollen zu den Kundendaten (Role Based Access Control) durch den Datentreuhänder habe in dem Audit auf dem Prüfstand gestanden, heißt es von Microsoft.

Wichtig für öffentliche Kunden

Gerade für den öffentlichen Sektor ist die Konformität nach ISO/IEC 27018 ein wichtiges Argument. Denn öffentliche Kunden sind eine wichtige Zielgruppe für die Microsoft Azure Cloud. Für zahlreiche Entscheider im öffentlichen Sektors in Deutschland in dieser Zertifizierung eine zentrale Anforderung für Public-Cloud-Anbieter. Viele haben in ihrem Lastenheft stehen, dass die Rechenzentren des ISPs sich ausschließlich in Deutschland befinden müssen. Natürlich müsse der Betrieb den gesetzlichen deutschen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen entsprechen.

Neben Azure bietet Microsoft auch die Microsoft Cloud Deutschland als gesonderten Service an. Dieser bietet derzeit zwar noch eine abgespeckte Version des Weltweiten Angebotes, wird aber aus ausschließlich über die Rechenzentren in Frankfurt/Main und Magdeburg bereitgestellt. Damit liegen sämtliche Kundendaten in Deutschland verarbeitet und gespeichert.

Zugang zu diesen Daten aber hat nicht Microsoft, sondern T-Systems. Nur mit Zustimmung durch den Endanwender oder durch T-Systems könne Microsoft beispielsweise im Fehlerfall für einen bestimmten Zeitraum auf diese auf Daten zugreifen. Der Zugriff erfolge auch stets unter Aufsicht eines Mitarbeiters von T-Systems.

Weitere Details zum Thema Datenschutz in der Microsoft Cloud Deutschland stellt Microsoft in dem kostenlosen “IT Grundschutz Compliance Workbook Microsoft Azure Germany” bereit. Das Workbook mit Empfehlungen für den Erhalt eines “IT Grundschutz-Zertifikat” ist ab dem 24. Januar verfügbar.

Quelle: silicon.de

Webformular als JSON senden

Im letzten Blog-Beitrag wurde vorgestellt, wie eine Microsoft Azure Function erstellt wird, die zum Senden von Emails genutzt werden kann. Die Function erwartet dabei einen HTTP-PUT-Aufruf mit angehängten Daten im JSON-Format. Wie Sie aus einem normalen HTML-Formular mit einigen Zeilen JavaScript und Jquery einen solchen JSON-Aufruf erzeugen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Weiterlesen

Parallels bringt Remote Application Server auf Azure

Parallels macht den Remote Application Server (RAS) im Microsoft Azure Marketplace verfügbar. Über die vorkonfigurierte Testversion sollen Azure-Anwender die Lösung ausprobieren und das Bereitstellen von virtuellen Desktops beschleunigen können. Das Angebot richtet sich vor allem an die Bedürfnisse von kleinen bis mittelgroße Unternehmen (KMU). Weiterlesen

Erste Dienste aus der Azure Deutschland Cloud buchbar

Sie steht sowohl, Privat- als auch Firmenkunden zur Verfügung. Wer sich auf die Testversion von Microsoft Azure Deutschland Cloud einlässt, bekommt ein Startguthaben von 170 Euro. Dort angelegte Anwendungen lassen sich nahtlos in ein kostenpflichtiges Abo überführen.

Microsoft bietet nun für die Azure Deutschland Cloud und die Azure-IoT-Dienste nun wie angekündigt mit der Möglichkeit an, lediglich die laufenden Kosten zu bezahlen. Dazu stehen jetzt Testversionen bereit. Die Preview hatte Microsoft zur CeBIT im März verfügbar gemacht. Für die Registrierung wirbt Microsoft mit einem Startguthaben von 170 Euro. Im ersten Quartal 2017 soll dann auch Office 365 Deutschland verfügbar sein. Dynamics 365 Deutschland folgt dann in der ersten Jahreshälfte 2017.

Die Abrechnung der Angebote erfolgt minutengenau. Berechnet wird jeweils die tatsächlich erfolgte Nutzung. Ein Mindestbetrag oder eine Einrichtungsgebühr werden nicht verlangt. Buchen können die Infrastruktur-, Plattform- und IoT-Dienste bei Microsoft Azure Deutschland sowohl Geschäftskunden als auch Privatnutzer. Für die Registrierung verlangt Microsoft lediglich eine gültige Mail-Adresse und die Kreditkartennummer. Firmenkunden können aber auch die Bezahlung über Rechnung beantragen. Anwendungen, die in der Testversion angelegt werden, lassen sich laut Microsoft später problemlos in ein Bezahl-Abo überführen.

Mit dem Startguthaben könnten Firmen zum Beispiel einen Monat bis zu 14 virtuelle Computer, 40 SQL-Datenbanken oder eine Speicherkapazität von 8 TByte bereitstellen. Auch Web-Apps, mobile Apps und API-Apps ließen sich nutzen. Dasselbe gelte für Big-Data-Anwendungen mit Machine Learning, Streaming Analytics und Hadoop. Für IoT-Apps ließen sich dafür etwa Funktionen für die Echtzeitüberwachung und die Anomalieerkennung entwerfen.

Mit dem Angebot richtet sich Microsoft an Geschäftskunden in Deutschland, der EU sowie der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Für sie hat Microsoft extra ein “Datentreuhandmodell” eingerichtet. Dabei kontrolliert der Datentreuhänder den Zugang zu den Kundendaten. Derzeit ist das T-Systems International, eine Tochter der Deutschen Telekom, und damit ein Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, das der deutschen Rechtsordnung unterliegt. So vermeidet Microsoft den Zugriff allzu neugieriger US-Behörden und ermöglicht es auch Firmen in regulierten Branchen, Anforderungen an Datenschutz und Datenspeicherorte nachzukommen.

Quelle: silicon.de

Preview des Microsoft SQL Server für Linux verfügbar

Außer dem kommenden Datenbankserver, der für Linux, macOS, Windows und Docker verfügbar sein wird, kündigte Microsoft für den SQL Server 2016 zusätzliche Funktionen in der kostenfreien Expressvariante an.

Bereits im März war angekündigt, den Datenbankserver künftig auch für Linux anzubieten. Nun steht eine Preview-Version des Datenbankservers für Red Hat Enterprise Linux, Ubuntu Linux, macOS und Windows sowie Docker zur Verfügung. Eine Variante für Suse Linux Enterprise Server soll in Kürze folgen. Das aktuelle Release heißt SQL Server vNext Community Technology Preview und stellt eine Weiterentwicklung der 2016er Version dar.

Quelle: Microsoft

Für den SQL Server 2016 steht ab sofort ein Service Pack 1 bereit, das neben Fehlerbehebungen wesentliche Verbesserungen im Lizenzmodell enthält. Zahlreiche Funktionen, für die bisher eine kostspielige Enterprise-Lizenz notwendig war, stehen nun auch in der Standardversion und sogar in der kostenfreien Expressvariante zur Verfügung. Dazu gehören Row-Level-Security, Data Masking, Always Encrypted, Kompression und Partitionierung sowie die in SQL Server 2014 und 2016 eingeführten In-Memory-Funktionen wie der Column Store.

Quelle: Heise Newsticker

CDN: Konfigurieren von Cacheoptionen für statische Dateien

Bei Integration von Azure CDN (Content Delivery Network) in Ihre Azure-Web-App kann man einrichten, wie lange statische Inhalte in den CDN-Endpunkten zwischengespeichert werden sollen. Die Einstellung erfolgt dabei über die IIS-Konfigurationsdatei web.config innerhalb der Web Applikation. Weiterlesen